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Ein Leben für den Gewichthebesport - Horst Rutz feiert seinen 80. Geburtstag

Wer sich mit der Historie des 1907 gegründeten Kraftsportclubs Hostenbach näher beschäftigt, stößt in der Vereinschronik immer wieder auf den Namen Horst Rutz, engagierter Pionier und Multitalent der zweiten Jahrhunderthälfte. Athlet, Kampfrichter, Schriftführer, Vorsitzender, Landessportwart – Es gab kaum eine Aufgabe oder ein Amt, das dem Sportler, Funktionär und Kümmerer des traditionsreichen KSV Hostenbach über einen Zeitraum von 60 Jahren hinweg zuviel gewesen wäre. Am 18. November feierte Horst Rutz seinen 80. Geburtstag.

 

Die sportliche Karriere des Jubilars gestaltete sich aufgrund hoher beruflicher Belastung relativ kurz. Als 18-Jähriger begann Horst Rutz 1952 mit dem eisernen Sport und hielt bereits zwei Jahre später Einzug in die erste Hebermannschaft. 1960 wurde er mit dem starken Hostenbacher Vereinsteam Saarlandmeister. Die Bestleistungen von 85 Kg im Drücken, 87,5 Kg im Reißen und 120 Kg im Stoßen galten zu jener Zeit für einen Athleten des Mittelgewichtes als sehr beachtlich. Nach vier weiteren Jahren in der zweiten Mannschaft hängte Horst Rutz die Gewichtheberstiefel an den berühmten Nagel und widmete sich fortan verstärkt denjenigen Funktionärstätigkeiten, die er schon während der aktiven Zeit ausgeübt hatte.

Eine zweijährige Amtsperiode als erster Vorsitzender endete gegen 1972, als sich der gelernte Kaufmann im Fliesenlegerhandwerk verselbstständigte und eine eigene Firma gründete, die heute noch von Sohn Manfred geführt wird. 1983 nahm Horst Rutz einen neuen Anlauf als Vereinschef und steuerte das Schiff KSV Hostenbach in sturmbewegten Zeiten mit sicherer Hand weiteren großen Erfolgen entgegen. Jahrelang behauptete sich die erste Mannschaft in der obersten Leistungsklasse Deutschlands, der Bundesliga. 1989 wurde die Jugendstaffel deutscher Mannschaftsmeister und Namen wie Kennel, Daub, Saia, Hirtz, Heib oder Cavelius tauchten im Verlauf der 16 Jahre währenden Ägide Horst Rutz immer wieder als Lichtblicke am nationalen und manchmal auch internationalen Gewichtheberhimmel auf. Mehrmals vertraute der bundesdeutsche Dachverband Hostenbach die Ausrichtung deutscher Meisterschaften im Jugend- und Juniorenbereich an. 1999 konnte Oliver Hirtz als Nachfolger des damals 65-Jährigen Rutz einen gesunden und in der saarländischen Sportlandschaft hochgeschätzten Kraftsportclub Hostenbach übernehmen. Horst Rutz tat sich neben der Vereinsarbeit aber auch auf saarländischer Verbandsebene hervor. Das Kampfrichterwesen lag ihm dabei besonders am Herzen. Bereits von 1961 an fungierte er als Kampfrichterobmann beim damaligen Saarländischen Kraftsportbund und auch nach Gründung des Saarländischen Gewichtheberverbandes  im Jahre 1978 blieb er dem Kampfrichtergeschehen treu. Als Inhaber einer internationalen Lizenz war er überdies von 1969 an für den Bundesverband Deutscher Gewichtheber tätig. Zahlreiche Einsätze bei internationalen Gewichtheberveranstaltungen, in den Bundesligen, auf Turnieren oder regionalen Sportereignissen zeugen von einem hohen Engagement in der jeweiligen regionalen oder nationalen Schiedsrichterorganisation. Keine Frage, dass ein „Tausendsassa“ wie Horst Rutz abseits des Kampfrichterwesens auch andere Aufgaben auf höherer Ebene übernahm. Als einer der Gründungsväter des SGV übte er sogleich die Rolle des Sportwartes und zweiten Vorsitzenden aus. Gemeinsam mit dem Landespräsidenten Dr. Werner Bayer und dem weiteren Vorstand stellte er internationale Veranstaltungen auf die Beine, schuf regelmäßige und heute noch bestehende Wettkampfkontakte zu Lothringen und Luxemburg und etablierte den Verband in der Turniergemeinschaft der „Kleinen Staaten“. Damit konnte das Saarland über viele Jahre hinweg mit solch mondänen Partnern wie Luxemburg, Monaco, Schottland, Wales, Malta oder selbst Israel der gemeinsamen Leidenschaft des Gewichthebens frönen. Das größte völkerverbindende Turnier dieser Art fand übrigens 1994 mit 14 Teilnehmerstaaten unter der Leitung von Horst Rutz in der Hostenbacher Glückaufhalle statt. Das Lebenswerk von Horst Rutz blieb der Politik nicht verborgen. Gemeinsam mit den Wemmetsweiler Sportfunktionären Rudolf Dörr und Georg Mohr wurde dem Hostenbacher die höchste Auszeichnung zuteil, die der Gewichtheber-Weltverband zu vergeben hat. 1995 überreichten IWF-Präsident Gottfried Schrödel und der erste Vizepräsident Wolfgang Peter im Verlauf einer Feierstunde  in der Staatskanzlei Saarbrücken  die „Honorary-Medaille in Gold“ an die verdienten Nachkriegspioniere des saarländischen Gewichthebens. Nach seinem freiwilligen Rückzug als Vorstandsvorsitzender im Jahre 1999 wurde Horst Rutz zum Ehrenvorsitzenden des Vereins ernannt. Sportlicher Ruhestand seitdem? Mitnichten, denn wann immer Unterstützung im Vereinsleben vonnöten ist,  sind Horst Rutz und Ehefrau Brigitte auch heute noch zur Stelle und helfen. „Ein lebenslanges Engagement im Dienste der Gemeinschaft und für den Sport!“, so brachte es der Vereinsfreund und langjährige Weggefährte Oliver Hirtz am Ende einer Geburtstagslaudatio treffend auf den Punkt.

 

(verfasst von Erich Hoffmann, AC Heros Wemmetsweiler)

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